Wenn alles abtaucht
Der Morgen beginnt still. Ich schaue aufs Meer. Weite. Ruhe. Elmar schläft noch. Ein neuer Tag erwacht.
Und dann verändert sich mein Blick. Flimmern. Kleine Lücken. Ich weiss sofort: Migräne. Ich habe sie nur noch selten. Zwei-, dreimal im Jahr. Und meist nicht mehr so stark. Zu Hause reicht oft eine Tablette und etwas Schlaf – und ich bin schnell wieder fit.
Das habe ich auch hier gedacht. Aber es ist anders.
Wieder mal intensiv - wie ein Spiegel meines Lebens. Keine halbe Sachen - All in. Wer Migräne kennt, weiss, das sind nicht nur einfach Kopfschmerzen. Körper, Geist, Seele begeben sich in eine andere Welt. Alles taucht ab.
Der Vormittag: durchhalten. Am Nachmittag wird es leichter. Cola. Chips. Wie nach einer langen Wanderung - der Vergleich gefällt mir…
Unterwegs auf zwei Rädern
Elmar zieht mit dem Velo über die Insel. Durch sanfte Hügel, entlang weiter Strassen, immer wieder mit Blick aufs Meer.
Die Luft warm, der Wind im Gesicht. Kurven, die sich ruhig durch die Landschaft ziehen.
Einfach fahren. In Bewegung sein. Kilometer für Kilometer. Im eigenen Rhythmus. Ein Tag draussen. Weit. Frei. Und ganz bei sich.
Zwischen vergleichen und Vertrauen
Ich nehme den Tag ruhig. Strand. Schatten. Balkon. Warten. Aber auch das Gefühl von: Wieso kann ich nicht einfach wie andere Menschen Ferien geniessen? Die Tage frei gestalten? Mit Elmar auf dem Fahrrad unterwegs sein?
Aber ich weiss: Die Energie kommt zurück. Irgendwann. Auch die Hoffnung - auf Tage ohne Schmerzen, Tage mit Energie und Handlungsfreiheit. Am Abend ist alles da. Ich auch.
Wenn der Tag still wird
Wir sitzen beim Essen. Geniessen es. Die Sonne geht unter. Der Blick wird wieder weit.
Ein ruhiger Moment auf dem Rooftop. Und mit ihm dieses Gefühl: Alles darf sein. Und es wird wieder gut. 🌿
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